Matzendorf. Unter neuer Führung am Aufstieg festhalten!

Fad, 03.03.2017

Pilzexkursion vom 25. September 2016 in Matzendorf

Gespannt durfte man sein, was die diesjährige Pilzexkursion des Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzvereins Matzendorf in diesem Jahr den 16 teilnehmenden Personen bieten wird. Die klimatischen Bedingungen waren im Vorfeld milde gesagt nicht optimal, um auf eine reiche Vielfalt an Pilzexemplaren zu treffen. Der schöne aber zu trockene Sommer liess die Pilze nicht im erhofften Masse wachsen. Einige Exkursionsteilnehmende brachten vorsichts-halber denn auch schon am Vortag gefundene Pilze zur Besammlung mit. Mit Pilzkörben ausgerüstet und gut gelaunt schickte sich die gemischte Schar aus Pilz-Kennern und „blu-tigen“ Anfängern unter der Leitung des Pilz-experten Markus Flück an, auf ihrem Rundgang im Gebiet der Lebern möglichst viele Pilze zu entdecken. Wie gewöhnlich waren alle darauf bedacht, eine grösstmögliche Vielfalt zu ernten; vom Speisepilz über solche, die nicht zum Ver-zehr geeignet sind (keine Speisepilze), als auch giftige Exemplare. Zum Erstaunen gelang dies auf dem rund 2-stündigen Exkurs sehr anspre-chend. Damit sah sich der Exkursionsleiter bei der anschliessenden Präsentation der gesam-melten Ware wiederum stark gefordert. In ge-wohnt souveräner Manier erklärte er den gespannt wartenden Exkursionsteilnehmenden, die sich um den Präsentationstisch versammelt hatten, die Eigenheiten der gefundenen Pilze, deren Merkmale zur Bestimmung, die Lebensgemeinschaften mit ihren Baumpartnern und natürlich die möglichen Verwendungsarten der vorliegenden Pilze. So manches liess die anwesenden Personen erstaunen darob, was die Natur im Bereich der Mykologie (Pilzkunde) hervor zu bringen vermag. Das Echo der zum Teil von weit angereisten Exkursionsteilnehmenden (Kt. Basel-Landschaft) war schliesslich einhellig. Es hatte sich wiederum gelohnt den Sonntagmorgen dafür einzusetzen, einen kleinen Teil unserer Natur und deren Zusammenhänge zu sehen und besser kennen zu lernen. Mit einem kleinen Imbiss und Getränken bedankte sich der organsierende nvpm bei den Teilnehmenden herzlich.

62. Generalversammlung des Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzvereins Matzendorf

Der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf blickt anlässlich seiner 62. Generalversamm-lung auf ein ereignisreiches Vereinsjahr zurück und schliesst die Lücken im Vorstand. So das erfreuliche Fazit mit dem der Ehrenpräsident Daniel Fankhauser die 26 anwesenden Teilnehmer im Rest. Sternen in Matzendorf begrüssen kann. In seinem Jahresbericht lobt er die im letzten Jahr dezimierte Vereinsfüh-rung, welche noch näher zusammengerückt ist und die Aufgaben der verwaisten Vorstandschargen mit Bravour überbrückt hat. Das für 2016 geplante Jahresprogramm wurde sogar noch um eine winterliche Wasservogelexkursion ergänzt, so dass total vier Exkursionen mit Schwerpunkten in Ornithologie, Bota-nik oder Pilzkunde durchgeführt werden konnten. Zudem wurden an zwei Arbeitstagen die Lebensräume unserer Pflanzen, Vögel und Kleintiere gehegt und gepflegt, eine Standaktion anlässlich der Turnhallen-einweihung organisiert und eine Vereinsreise im heimischen Thal unter die Füsse genommen. Der Gön-nereinzug bietet nebst der wichtigen finanziellen Komponente dem Verein beste Gelegenheit mit den Bewohnern persönlich ins Gespräch zu kommen und sie auf die Wichtigkeit der Naturschutzanliegen hinzuweisen. Der nvpm nimmt an Projekten wie dem Artenförderungsprogramm des Schweiz. Vogel-schutzverbandes für Turmfalken und Schleiereulen teil und mit der Errichtung eines Turmhotels an der Förderung von Mehlschwalben. Im Weitern stehen der Bezug des Vereinslokals im ehemaligen Schützen-haus und die Begleitung der Reaktivierung des Mühliweihers mit der Übernahme des Unterhalts an. Da-mit wird klar, dass sich die knapp 60 Mitglieder des nvpm mit grosser Motivation und noch grösserem Einsatz für die Gemeinde Matzendorf und deren Bewohner ins Zeug legen. Nicht mit Wehmut sondern mit Stolz darf der Ehrenpräsident zudem verkünden, dass der Vorstand nach dem Übergangsjahr wieder vollzählig ist und mit den neu Gewählten - Corina Roth als Präsidentin, Roland Haefeli als Vize-Präsi-denten und Pascal Zimmermann als Aktuar - die künftigen Aufgaben zu meistern gedenkt. Mit dieser äusserst positiven Bilanz übergibt er die Leitung des Vereins während der Generalversammlung mit Überzeugung an die neue Präsidentin und wünscht ihr und dem Verein alles Gute. Von der Kassierin Maya Dobler ist zu vernehmen, dass die Finanzen im Lot sind, was die Revisoren Regula Meister und Hubert Uebelhart bestätigen können. „Wenn ich einen grünen Zweig im Herzen trage, wird sich ein Singvogel darauf niederlassen“, so lautet das das neue Jahresmotto, welches den merklich guten Ver-einsgeist widerspiegelt. Das gemeinsame Nachtessen, die Fotopräsentation der Aktivitäten aus dem vergangenen Jahr und die angeregten Gespräche bis hin zur Polizeistunde zeugen davon.

nvpmatzendorf

Presseartikel, Berichte, Protokolle

Die Wunderwelt der Wildkräuter

Den Ende Mai 2024 durchzogenen Wetterprognosen zum Trotz traf sich ein kleiner interessierter Personen-kreis am 29. Mai bei der Kiesgrube oberhalb von Matzendorf zur Wild-kräuter-Exkursion. Und ihr Kommen sollte sich nicht bloss des trockenen Wetters wegen auszahlen.

Mit dem Oensinger Heilpraktiker und Feldbotaniker Marco Bobst war es dem organisierenden Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzen-dorf gelungen, einen äusserst ver-sierten Kenner der heimischen Wild-kräuter zu engagieren. Er zog seine Zuhörenden ab der 1. Minute in seinen Bann und in die sagenumwobenen Geschichten von Wild-kräutern. Während des rund zweistündigen Exkurs spielte sich auf einer Wegstrecke von nur gerade 100 m zwischen Waldrand und Flurmatte Erstaunliches ab. Mit seinen Schilderungen strich der Exkur-sionsleiter die verschiedenen Wirkungsweisen und Erkennungsmerkmale von Heilkräutern hervor. Zum Beispiel der Blüten des Holunderstrauchs. Diese können zu verschiedensten Leckereien wie Konfitüre, Gelee, Sirup, Tee und vielem anderen mehr verarbeitet werden und wirken in der thera-peutischen Anwendung fiebersenkend. Demgegenüber können seine Rinde, Blätter und Fruchtkerne Vergiftungsmerkmale hervorrufen. Sagenumwoben auch die Herleitung eines Erkennungsmerkmals des «Echten Johanniskraut». Die heilende Wirkung gegen Nervenschmerzen und Verstauchungen sollen den Teufel derart in Rage gebracht haben, dass dieser die typische Perforation an den Blättern eigenhändig vorgenommen haben soll. Die vor allem auf nährstoffreichen Wiesen und extensiv be-wirtschafteten Ackerflächen vorkommende «Witwenblume» – auch Apostelblume, Knautie oder Wiesenskabiose genannt – wird dem Vieh heute noch gerne als Futterzusatz verabreicht, da deren Bitterstoffe im Blatt die Verdauung anregt und seine Wirkung gegen Entzündungen entfaltet. Zu den Akeleien war zu vernehmen, dass die Blüte mit der ihr eigenen Verneigungshaltung Demütigung symbolisiert. Hingegen galten früher Blumensträusse mit eingefügten Akeleien als anrüchig, da der Pflanze eine gewisse Potenzwirkung nachgesagt wurde. Zur Hexen- und Dämonenabwehr wurde der antiviral und antibakteriell wirkende «Wilde Dost» - auch «Echter Oregano» genannt - getrocknet und am Haus aufgehängt oder als aromatisches Gewürz verwendet. Weil der Spitz-, der Mittlere- und der Breitwegerich als äusserst trittbeständig gelten, werden sie «Könige der Wege» genannt. Ihre Bestäubung und damit die Fortpflanzung erfolgt durch den Wind und ist dadurch eine weltweit verbreitete Pflanze. Der Wirkstoff Aucubin aus dem Spitzwegerich gilt als entzündungshemmend, blutstillend und wird dadurch auch bei Lungenleiden eingesetzt. Zu etlichen weiteren Kräutern und Pflanzen wie etwa die Teufelskralle, der Löwenzahn oder das Gewöhnliche Labkraut vernahmen die Teilnehmenden aus dem Mund von Marco Bobst weitere erstaunliche Geschichten über deren medizinische Anwendungen, heilende und giftige Wirkungen.

Gutgelaunt von den kurzweilig und informativ gehaltenen Ausführungen aus der grossen Wildkräuter-Welt von Marco Bobst bot Pia Christen den Teilnehmenden im Anschluss noch einige köstliche Kräu-terprodukte zur Verkostung an. Gestärkt mit Tranksamen und Grillwürsten traten die zufriedenen Exkur-sionsteilnehmenden schliesslich wieder den Nachhauseweg an.


Botanische Exkursion 2023 im hinteren Thal

Die Thematik Hochwasserschutz und Revitalisie-rung ist gesamtschweizerisch in aller Munde und in allen Medien präsent. Es wird viel diskutiert, argu-mentiert und gegenargumentiert. Auf der einen Sei-te die Bewahrer der vor mehr als 100 Jahren einge-schlagenen Gewässerkorrekturen zum Schutz der landwirtschaftlichen Nutzflächen und sich ausbrei-tender Wohnbausiedlungen. Auf der anderen Seite die Befürworter der Biodiversität, ohne die es eher früher als später kein menschliches Überleben mehr gibt, Wohlstand hin oder her.

Mit Freude nimmt der die Exkursion organisierende Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf (nvpm) zur Kenntnis, dass auch im Kanton Solo-thurn verschiedene Revitalisierungs-Projekte geplant, am Laufen oder bereits umgesetzt worden sind. Visionären und initiativen Personen ist es zu verdanken, dass Abschnitte an diversen Fliessgewässern zunehmend umgestaltet werden, damit der Natur wieder mehr Gewicht beigemessen wird und der Hochwasserschutz trotzdem gewährt werden kann. Davon betroffen sind zum Glück auch einige Ab-schnitte der damals begradigten, kanalisierten Dünnern zwischen der Quelle in Welschenrohr-Gänsbrunnen und der Mündung in die Aare bei Olten. Mit dem Teilprojekt in Herbetswil ging es vor allem darum, die bestehenden Hochwasserschutzdefizite aufzuheben und gleichzeitig eine Aufwertung der Dünnern zu realisieren.

Wie stark dieses Thema beschäftigt, ist daran ersichtlich, dass an diesem lauen Frühlingsabend mehr als 30 interessierte Personen aus dem Umfeld des nvpm und des OV Welschenrohr anwesend waren. Sie benutzten die Gelegenheit, Informationen zur fertiggestellten Revitalisierung direkt vom zuständigen Projektleiter Stefan Freiburghaus, Amt für Umwelt, Wasserbau/Naturgefahren und dem für die Bepflan-zung beauftragten Biologen Daniel Kuster zu erhalten. Die beiden Sachverständigen verstanden es sehr gut, den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern die Eckpunkte der für die Planung und Reali-sierung wichtigen, angewandten Massnahmen zu erläutern. Bei der Begehung eines Teilabschnittes ab der Brücke bei der Garage Wolfsschlucht in Richtung Westen bis zum Beobachtungsturm konnten die erläuterten und umgesetzten Überlegungen vor Ort beobachtet werden. Hierbei wurden von den Teilnehmenden durchaus auch kritische Voten eingebracht. Der kompetente Projektleiter schilderte je-weils genau, weshalb dieses und jenes zur Ausführung gelangte oder eben nicht. Er gab aber auch unumwunden zu, dass – wie bei einem solch langjährigen Projekt (2016 – 2022) unvermeidlich – rückblickend wenige Dinge anders ausgeführt worden wären. Zum Beispiel ein fehlender Trampelpfad vom Beobachtungsturm in westlicher Richtung zwischen der Dünnern und der Kantonsstrasse oder Anpassungen bei der Aussparung am Beobachtungsturm. Der in Herbetswil aufgewachsene Biologe Daniel Kuster verstand es sehr gut, den Zuhörenden die Zusammenhänge der angewandten Uferbö-schung-Bepflanzung zu erläutern, z.B. über Futterpflanzen wie Hufeisen- oder Hornklee, die von Schmetterlingsgattungen wie Bläulinge benötigt werden.

Alles in allem ging ein sehr aufschlussreicher Exkursionsabend, der für einmal dem Verständnis zwi-schen ausreichenden Hochwasser-Schutzvorkehrungen und möglichst naturnahem Wasserlauf mit ortsüblicher Bepflanzung gewidmet war, mit angeregten Diskussionen und einer vom nvpm offerierten Verpflegung vor Ort zu Ende. Wie es eben im Projekt angedacht war: ein Platz zum Verweilen.

Auf dem «Bluemewäg» beim Vorderen Brandberg

Der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf (nvpm) lud am 15. Juni 2022 alle an der Natur interessierten Personen zu einer vorabendlichen Botanik-Exkursion nach Herbetswil ein. Den Schwerpunkt bildete die Erkundung des «Bluemewäg» auf der naturkundlich bedeutsamen Allmend im hinteren Thal, am Fusse des Vorderen Brandberg. Bei optimalen Sommerabend-Bedingungen trafen sich über 30 an der Natur interessierte Erwachsene und Kinder beim gewählten Ausgangspunkt des Herbetswiler Bürgerplatzes zur Begrüssung. Pia Christen vom nvpm benutzte vorab die Gelegenheit, die Anwesenden kurz in die mobile App «Flower Walks» einzuführen, in welcher u.a. der «Bluemewäg Allmend» ausführlich vorgestellt wird. Während des Rundgangs gehörte dann die Aufmerksamkeit ganz den Geheimnissen der artenreichen Blumen- und Pflanzenpracht, erläutert durch den Exkursionsleiter Georg Koch aus Laupersdorf. Die Kulisse bildeten die sonnenbeschienenen Weiden, vereinzelte Baumgruppen und die für Vögel, Insekten und Kleinlebewesen äusserst wertvollen Hecken und Sträucher. Sehr bereichernd waren die aufgezeigten Zusammenhänge der einzelnen Pflanzenarten auf das Klima, als auch die zur Heilung von tierischen oder menschlichen Beschwerden verwendeten Pflanzenwirkstoffe und die ersichtliche Selbstregulierung pflanzlicher Lebensräume. Als Beispiele ist hier die Zitterpappel mit deren abkühlenden Ventilator-Effekt durch die im Wind spielenden Blätter angeführt. Weiter die gegen Ohrenschmerzen verwendbaren Fäden im Blatt des Breitwegerichs wie auch der eine Abschwellung hervorrufenden Wirkung des Spitzwegerichs bei Insektenstichen. Oder die Folgen des den Rindviechern wohltuenden Blutwurz als Nahrungs- und Heilpflanze auf den beweideten Flächen. Unzählige solcher Zusammenhänge - hinterlegt mit zahlreichen Episoden aus Zeiten, in welchen die Pharma-Industrie noch nicht für alle Beschwerden eine Pille entwickelt hatte - hinterliessen bei den Zuhörenden ein oft gehörtes «ahaa», «ach so», einen offenen Mund oder ein erstauntes Nicken. Interessant zu erfahren waren zudem die Forschungsergebnisse, wonach die bis 1000 Jahre alt werdenden Eichen während ihres Lebens Raum für bis zu 1000 verschiedene Insektenarten pro Baum bilden oder die Witwenblumen bis 1,80 m tiefe Wurzeln aufweisen und die Pflege der Weiden durch die Bewirtschafter einen immens wichtigen Beitrag im Zusammenspiel mit der Aufwertung der Biodiversität bildet. Wer den bedeutenden Lebensraum am Vorderen Brandberg kennt ist auch nicht überrascht, dass uns bei dieser Blumenwanderung über die Weiden die gefiederten Exemplare wie Goldammer und Neuntöter ihre Aufwartung machten. Zurück beim Ausgangspunkt überraschten die Organisatoren alle Teilnehmenden mit einer Wurst vom Grill, Brot und kühlenden Getränken. Der gelungene Anlass fand mit angeregten Gesprächen und Episoden zu später Stunde einen würdigen Abschluss. Einmal mehr wird dieser lehrreiche Anlass in der Natur in den Köpfen der Leute noch lange ein wohliges Gefühl hinterlassen.

67. Generalversammlung 2022

"Alouette, gentille alouette" an der GV des nvpmatzendorf

Der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf lud unlängst zu seiner 67. Generalver-sammlung in die «Sternenstube» in Matzendorf ein. Im schön geschmückten Saal trafen sich 25 naturinteressierte Personen, darunter die drei Ehrenmitglieder René Kaufmann, Hans Meister und Daniel Fankhauser sowie die beiden Neumitglieder Agnes Kissling und Jost Meister. Mit einem Catering des Rest. Rössli und des Getränkehandels Markus Fluri wurden die Teilnehmenden zu Beginn kulinarisch auf die Versammlung eingestimmt. Die beiden Co-Vize-Präsidentinnen Pia Christen und Eveline Hänggi führten gut vorbereitet, mit viel Geschick und in flottem Tempo durch den geschäft-lichen Teil. Vorstand und Teilnehmende durften heuer ausnahmsweise zweimal über die Jahresbe-richte, die Jahresrechnungen und die Revisorenberichte abstimmen, da die letztjährige GV aufgrund der Pandemie ausgefallen war. Sowohl die Tätigkeitsberichte der Vereinsführung als auch die finanzielle Situation und deren Revisionsergebnisse wurden ohne Gegenstimme und mit anerken-nendem Applaus genehmigt. Knapp 20 Jahre nach der letzten Revision beantragte der Vorstand der GV Anpassungen bei den Statuten. Die finanzielle Kompetenz des Vorstandes, Änderungen im Bereich «Ernennung zur Ehrenmitgliedschaft» oder geschlechterneutrale Formulierungen wurden einstimmig genehmigt. Ebenso fielen das präsentierte Jahresprogramm 2022 und das Beibehalten des Jahresbei-trags bei Fr. 50.—auf ungeteilte Zustimmung. Das von Kassier Pascal Zimmermann neu erstellte Budget dient dem Vorstand zur besseren Planung und traf im Saal auf Akzeptanz. Im Gedenken an die beiden im letzten Jahr verstorbenen Ehrenmitglieder Emil Fluri und Werner Probst erhoben sich die Teil-nehmenden für eine Schweigeminute. Den zwei Austritten stehen für das neue Vereinsjahr vier Neueintritte gegenüber, welche mit viel Applaus willkommen geheissen wurden. Verabschiedet wurde die im laufenden Jahr 2020 zurückgetretene Präsidentin Corina Roth als auch die aktuell demissio-nierenden Uli Siegried und Regula Meister als Beisitzer bzw. Revisorin mit einem Präsent überreicht durch Trudy Flury. Während das Team der Revisoren um Hubert Uebelhart mit Renate Fankhauser vervollständigt werden konnte, bleibt das Präsidialamt auch im neuen Jahr vakant. Der übrigen Vorstandsmitgliederinnen und -mitglieder unterstützen die Vereinsführung weiter, was denn auch genehmigt und mit grossem Applaus verdankt wurde. Bei den Ehrungen sicherlich hervorzuheben ist die 65-jährige Mitgliedschaft des «dienstältesten» Vereins- und Ehrenmitglieds Paul «Sven» Hunziker. Unter dem Traktandum Verschiedenes wurden die Themenfelder Gönnereinzug, Förderung der Mehlschwalben und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Natur- und Vogelschutzvereinen im hinteren Thal erörtert. Die Vorstellung der neu erworbenen Vogelpräparate von Kuckuck und Ringeltaube sowie die Erläuterungen zum Steinkauz und zur Feldlerche als Vogel des Jahres 2021 bzw. 2022 durch Uli Siegfried stiessen auf reges Interesse und Erstaunen. Mit dem Anstimmen des Volksliedes «Alouette, gentille Alouette» (Lerche) und einem «Kaffi & Dessert» fand die GV einen würdig-süssen Abschluss.

Erkundungstour beim Nachbarn in Welschenrohr

Der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf konnte nach pandemiebedingter Pause im Monat Juni 2021 eine erste Exkursion erfolgreich durchführen. Mehr als zwanzig Erwachsene und Kinder zeigten sich vom Angebot der geführten Begehung des Waldlehrpfades im hinteren Thal in Welschenrohr angesprochen. Das gezeigte Interesse sollte sich ausbezahlen. Mit Herbert Glanzmann aus Welschenrohr war es den Teilnehmenden vergönnt, schier unerschöpfliche Kenntnisse über die heimische Pflanzenvielfalt entlang dieses schön angelegten Waldlehrpfads zu erfahren. Während des rund eineinhalb Stunden dauernden, abendlichen Spaziergangs auf einem Teilabschnitt dieses botanischen Lehrpfades bot der Exkursionsleiter eine breite Palette an botanischen Grundinformationen, zu speziellen Eigenschaften der Bäume, Sträucher, Kräuter- und Heilpflanzen und interessanten Anekdoten. Selbstverständlich wusste er den zumeist erstaunten Zuhörern und Beobachtern etliche Symbiosen unter den Pflanzen anschaulich aufzuzeigen. Der gut beschilderte Weg führte uns beispielsweise mitten durch ein Quellried mit Waldbinse, Sumpfbaldrian, verschiedenen Seggen, Grau-, Weiss- und Schwarzerlen. Dass der wollige Schneeball im hinteren Thal auch «Schwüuchli» genannt wird war für die grosse Mehrheit der Exkursionsteilnehmenden ebenso Neuland wie der Baldrian zur natürlichen Herstellung von Frostschutz in Obstplantagen beitragen kann. Mit Wacholder, der nur alle drei Jahre Fruchtstände entwickelt und der fast vollständig giftigen Eibe – Ausnahme das Beerenfleisch – wachsen bei uns Pflanzen, die zwischen 2000 und 3000 Jahre alt werden können. Eines der ältesten Exemplare der Eibe wächst denn auch seit geschätzten 1500 Jahren auf demselben Jura-Hügelzug im benachbarten Crémines BE. Faszinierend auch zu erfahren wie die einzelnen Arten der zunehmenden Erderwärmung begegnen. Der Speierling aus der Familie der Rosengewächse und der Gattung Mehlbeere ist wärmeliebend und könnte sich damit in unseren Breitengraden als resistenter Zukunftsbaum entwickeln. Mit Köpfen voller Eindrücke und Bildern prächtiger Naturformationen aus unserem Thal kehrte die Gruppe zum Ausgangspunkt beim Grünholz zurück und liess den angenehmen Abend bei einem kleinen Imbiss und angeregten Gesprächen wohltuend ausklingen.

Mit dem Revierförster auf Waldspaziergang

Der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf lud während der Sommerferien alle Interessierten in Matzendorf zu einem Waldspaziergang mit dem Revierförster der Forstgemeinschaft Mittleres Thal ein. Dem Aufruf für diese verheissungsvolle Veranstaltung folgten insgesamt 15 Personen. An diesem lauen Sommerabend profitierten die Zuhörer von Erklärungen zum allgemeinen Zustand unseres Waldes, zu Schilderungen die insbesondere unsere Waldbewirtschafter zu beachten haben und von der optimalen Gelegenheit, dem Verantwortlichen der Forstgemeinschaft Laupersdorf-Matzendorf direkt Fragen zu stellen, welche die Waldbenutzer beschäftigt.

Josef Walpert erklärte zu Beginn, dass es ihm während den vergangenen dreissig Jahren als Revierförster stets wichtig war, eine Ausgewogenheit zwischen nachhaltiger Pflege und wirtschaftlichem Ertrag anzustreben. Etliche Anwesende waren erstaunt zu hören, dass im erwähnten Forstrevier, welches mit dem kantonalen Raumplanungsamt über eine Länge von 15 km Waldrandvereinbarungen getroffen hat, der Baumbestand ausschliesslich durch natürlichen Aufwuchs und damit ganz ohne physische Pflanzungen erhalten wird. Dabei wird den Waldrändern ein besonderes Augenmerk geschenkt. Dass die notwendigen Pflegeeingriffe vom eigentlichen Waldrand her erfolgen und meistens mit einer Krautschicht beginnen, konnte er in der Längägerten anschaulich aufzeigen. Die Abstufung der Sträucher und Bäume erfolgt wo möglich auf einer Tiefe von 30–40m in den Wald hinein. Während des Spaziergangs entlang des Büntliweg war es für die Teilnehmenden immer wieder interessant, die Antworten zu den Fragen «Wie» und «Weshalb» aus kompetentem Mund und an geeigneter Stelle zu erfahren. Der versierte Waldfachmann versuchte keineswegs die unterschiedlichen Ansprüche und Massnahmen schön zu reden, welche oft zu Auseinandersetzungen zwischen Waldbenutzern und Waldbewirtschaftern führen können. Er sprach die manchmal nicht zu umgehenden, unterschiedlichen Interessen an und erklärte offen seine Sicht der Dinge. Er stiess damit im Kreise der gespannten Zuhörer zunehmend auf Verständnis.

Die sich ausbreitende Trockenheit bereitet der Forstwirtschaft insbesondere bei den Baumbeständen von Eschen, Ulmen und Buchen grosse Sorgen. Diese Arten leiden dadurch mehr oder weniger stark unter Pilzbefall und sind oft nicht mehr zu retten. Bei den Eschen ist davon auszugehen, dass lediglich 2–3% gegen den grassierenden Pilz resistent sein könnten. Auch die Weisstannen mit oft ausgetrockneten Kronen oder die Fichten, an welchen sich sehr oft der «Buchdrucker», eine Spezies des allgemein als Borkenkäfer bekannten Holzschädlings zu schaffen macht, leiden zunehmend unter diesem Befall. Die wärmeliebenden Eichen hingegen, an deren Stamm, Ästen und Blättern eine grosse Anzahl an Insekten zu finden ist und damit ökologisch einen sehr wertvollen Lebensraum darstellen, haben bis anhin weniger Mühe der Trockenheit zu trotzen. Auf Neugier stiessen folglich auch die Ausführungen zu Bäumen, welche zum Fällen bestimmt werden. Zum Beispiel das sogenannte Stangenholz, das zugunsten von ausgewählten Kandidatenbäumen und deren Entwicklung weichen muss. Auch hier sorgten die Aussagen des Revierförsters bei fast allen Zuhörern zu einem besseren Verständnis, welche Aspekte für das Fällen oder den Erhalt von Bäumen ausschlaggebend sein können.

Der Rundgang dieses Waldspaziergangs bot für alle einen wertvollen Informationsgewinn. Mit einem kleinen Umtrunk und angeregten Diskussionen fand der Anlass beim Bürgerhaus einen würdigen Abschluss.

28.07.2020/Fad

«social distancing» beim Beobachten der Vögel

Baumeister der Vogelbehausungen und Meister seines Fachs. Hans Meister mit einem seiner zahlreich erbauten Nistkasten

Wie jedes Jahr – gewöhnlich während der kalten Jahreszeit – machen sich die Vogelschutzvereine auf ihre Kontroll- und Reinigungsgänge im Siedlungsgebiet, entlang von Gewässern und Waldrändern und in den Wäldern selbst. So auch in Matzendorf, wo einige Mitglieder des örtlichen Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzvereins (nvpm) jeweils die über 250 angebrachten Nisthilfen für Meisen, Sperlinge, Kleiber, Baumläufer, Schwalben und Segler, als auch Turmfalken und Schleiereulen aufsuchen. Es gilt die zur Unterstützung des Brutgeschäfts angebrachten Nisthilfen der Höhlen- und Halbhöhlenbrüter einer Grobreinigung – ähnlich einem Wohnungs-Frühlingsputz – zu unterziehen. Gleichzeitig kann anhand des eingebrachten Nistmaterials festgestellt werden, welche Vogelart die zur Verfügung gestellte Behausung während des vergangenen Frühlings oder Sommers zur Aufzucht seines Nachwuchses genutzt hat. Bei dieser Gelegenheit werden die Nisthilfen von Verunreinigungen befreit, kleine Beschädigungen behoben, mit einem neuen, wasserabweisenden Dach versehen oder durch einen Neubau ganz ersetzt. Damit die Standorte bzw. die Örtlichkeiten an denen die sogenannten Nistkästen angebracht sind für alle Helfer jederzeit auffindbar bleiben, werden diese Behausungen nummeriert und inventarisiert. Dazu wurde das Gemeindegebiet von Matzendorf in mehrere Abschnitte unterteilt und die Standorte auf Landeskarten mit den entsprechenden Nummern markiert. Die zugehörigen Listen geben dann Auskunft über das jeweilig vorliegende Gebiet (Siedlung, Hofstatt, Wald etc.), wo der Nistkasten angebracht ist (Baumart, Hausfassade, Schopf etc.), für welche Vögel die Nisthilfen gedacht sind (Meise, Star, Mauersegler etc.), welche Art schliesslich sein Nest im betreffenden Nistkasten erbaut hat (Meise, Schnäpper, Turmfalke etc.) und wann die Kontrollen und die Reinigung stattgefunden haben. Bei den meisten Höhlenbrütern werden die, fast ausschliesslich mit natürlichen Materialien wie getrocknetes Gras, Halme, Moos, Rinde, Federn und anderes mehr, erbauten Nester im Innern der Nisthilfen komplett entfernt, so dass die nächsten Bewohner ihre Behausungen wieder mit ihren selbst zusammengesuchten Materialien ausschmücken und es sich gemütlich einrichten können. Dabei kommt es auch nicht selten vor, dass zwischen Frühling und Herbst verschiedene Vogelarten nacheinander im selben Nistkasten brüten. Spätestens beim Putzen wird dann für die Betreuer aufgrund des Nistmaterials und der Bauweise jeweils ersichtlich, dass nach dem Ausfliegen der ersten Brut auf dem hinterlassenen Nest eine andere Vogelart seinen eigenen Nistplatz errichtet hat. Würden die Nisthilfen durch die Vogelschutzvereine und freiwillig Helfende nicht regelmässig gesäubert, wären nach 1 bis 2 Jahren etliche dieser Behausungen bis oben hin gefüllt und nicht mehr bewohnbar.

Zu Beginn dieses Jahres hat der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf seine fast ausschliesslich selbst hergestellten Nisthilfen mit neuen Nummernschildern versehen und neu inventarisiert, damit auch eine nächste Generation anhand der Karten und Listen deren Standorte punktgenau auffinden kann. Die Bevölkerung wird in diesem Zusammenhang aufgerufen, aufgefundene, am Boden liegende oder undichte, beschädigte Nisthilfen wenn möglich mit Angabe der versehenen Nummern dem nvpm persönlich, telefonisch oder per Internet (nvpm@gmx.ch oder www.nvpmatzendorf.ch) zu melden. Besten Dank! Im Übrigen darf darauf hingewiesen werden, dass gerade in der aktuellen Jahreszeit das Brutgeschäft etlicher heimischer Vögel beim Nistmaterial- und Futtereintrag aus einiger Distanz – etwas mehr als die zwei Meter der «Corona-Pandemie» - beobachtet werden kann. Der nvpm steht für weitere Auskünfte jederzeit – auch während der mit Einschränkungen behafteten ausserordentlichen Lage - gerne zur Verfügung.

Mai 2020 / Fan

65. Generalversammlung des nvpm

Die Präsidentin Corina Roth gratuliert Roland Haefeli zur Ehrenmitgliedschaft

Die Präsidentin Corina Roth konnte im Restaurant Rössli rund 20 Mitglieder des Naturschutz-, Vogel-schutz- und Pilzvereins Matzendorf (nvpm) zur diesjährigen Generalversammlung herzlich will-kommen heissen. In ihrem Jahresbericht ging die Präsidentin insbesondere auf die zahlreichen Aktivitäten im vergangenen Vereinsjahr ein. Mit zwei ornithologischen Exkursionen plus je einer Botanik- und einer Pilz-Exkursion sowie einer eintägigen Vereinsreise in die Moorlandschaften der UNESCO Biosphäre Entlebuch war das Pro-gramm wiederum reich befrachtet und überwie-gend gut besucht. Einzig bei den Naturpflege-Massnahmen liess die Unterstützung der Mitglie-der etwas zu wünschen übrig. Der Vorstand wickelte die umfangreichen Geschäfte und Projekte im abgelaufenen Vereinsjahr während sechs Sitzungen und einigen Zusatzstunden ab. Der Kassier Pascal Zimmermann erläuterte kurz die wichtigsten Posten bei den Ausgaben und den Einnahmen, leitete daraus eine allgemein gesun-de Finanzlage des Vereins ab und konnte sich durch die Rechnungsrevision eine tadellose Führung der Finanzgeschäfte bestätigen lassen. Bei den Mitgliederzahlen standen drei Austritte einem Neueintritt gegenüber. Roland Haefeli hatte auf die GV hin seine Demission als Vizepräsident eingereicht. Für ihn wurde neu Pia Christen in den Vorstand gewählt. Sie teilt sich das Vizepräsidentenamt mit der Aktuarin Eveline Hänggi. Alle anderen Vorstandsmitglieder liessen sich für zwei Jahre wiederwählen. Der Vor-stand ehrte den abtretenden Vize-Präsidenten Roland Haefeli für seine langjährigen Verdienste zuguns-ten des nvpm mit der Ernennung zum Ehrenmitglied, die mit grossem Applaus der Versammlung und der Übergabe einer Urkunde Anerkennung fand. Das Ehrenmitglied René Kaufmann durfte in Abwesenheit für 60 Jahre treue Mitgliedschaft geehrt werden. Die Generalversammlung beschloss weiter, den Jahresbeitrag bei Fr. 50.—zu belassen und erteilte dem Vorstand die finanziell notwendige Kompetenz zur Erledigung der Geschäfte bis die Statuten angepasst sind. Das Jahresprogramm 2020 sieht die Organisation von drei naturkundlichen Exkursionen, Pflegeeingriffe bei den Biotopen, einen Gönner-einzug, eine Vereinsreise und den Besuch externer Exkursionen vor. Zudem soll die bereits begonnene Inventarisation der Nisthilfen auf dem Gemeindegebiet von Matzendorf abgeschlossen werden. Mit der Umsetzung des Projekts «Errichten eines Mehlschwalbenturms» wird nach dem sorgfältigen Abwägen zwischen den eingeholten Erfahrungen bei benachbarten Vereinen und der Konsultation von Fachleuten der Vogelwarte Sempach noch zugewartet. Als Sofortmassnahme wird angestrebt, den als «potenziell gefährdet» eingestuften Mehlschwalben durch das Anbringen von zusätzlichen Nisthilfen bei beste-henden Populationen Unterstützung zu leisten. Der Vorstand beantragte der GV im Weitern eine neue Vereinsbekleidung anzubieten und allen Mitgliedern kostenlos ein T-Shirt mit Logo abzugeben. Die Versammlung nahm zudem vom Stand der Vogelpräparate-Sammlung Kenntnis, deren Exemplare im Parterre und im 2. Stock des Mehrzweckgebäudes bei der Gemeindeverwaltung öffentlich ausgestellt sind. Nach dem geschäftlichen Teil liessen die Mitglieder bei einem Essen, Gesprächen und der Anprobe der neuen Vereinskleidung den Abend gemütlich ausklingen.

Botanische Exkursion vom 19. Juni 2019 in Matzendorf

Wie gewöhnlich scharten sich die Teilnehmenden auch in diesem Jahr bei schönstem Sommerabendwetter um den Exkursionsleiter und lauschten dessen interessanten Ausführungen. Georg Koch aus Laupersdorf verstand es wie gewohnt hervorragend, mit seinem Wissen über die Natur im Solothurner Thal die Leute in seinen bzw. in den Bann der Baum-, Blüten- und Gräserpracht zu ziehen. Immer wieder erstaunlich zu hören, zu sehen, zu riechen und zu fühlen, welche enorme Vielfalt uns die Mutter Natur geschenkt hat. Unterstützt in seinen Ausführungen durch allerlei Erstaunliches aus der Pflanzenheilkunde von Corina Roth und Uli Siegfried, Matzendorf, wurde der laue Vorabend mit dem Exkursionsleiter zu einem grossartigen Erlebnis. Augenscheinlich liessen sich die Unterschiede von bewirtschafteten Grünflächen sowie Wiesen und Matten beobachten und analysieren. Einige Vogelarten mussten selbst im Thal ihre Lebensweise ob der intensiven Nutzung anpassen oder ihr Habitat verlassen. Eine wahre Pracht wiederum bot sich dem Betrachter beim Nebenhergehen einer extensiv bewirtschafteten Landschaft. Ein Lebensraum mit einer natürlichen Vielfalt, unbeeinträchtigt von Dünger und rasch aufeinanderfolgendem Mähschnitt bietet vielen Kleintieren, Insekten und Vögeln die nötige Existenzgrundlage. Auf unserem Rundgang um den Mühliweiher von Matzendorf zeigten sich durch das Vorhandensein von Orchideen, Hecken, alten Eichen und Obstbäumen noch etliche intakte Lebensräume. Diese sorgten denn auch für viel Gesprächsstoff beim abschliessenden Umtrunk im Rest. Frohsinn in Matzendorf. Wenn auch nur kurz, dafür aber augenscheinlich konnten sich die Teilnehmenden an diesem Abend wiedereinmal von der Wichtigkeit über den sorgfältigen, schonenden Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen überzeugen lassen.

Der Natur auf der Spur - Ornithologische Exkursion 2019 in Matzendorf

Am Morgen des 4. Mai 2019 führte der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf seine Frühjahrsexkursion zum Thema "Vögel im Siedlungs- und Waldrandgebiet" durch. Um 07.00 Uhr besammelten sich hierzu 21 Teilnehmende beim Primarschulhaus. Nach der Begrüssung durch die Präsidentin Corina Roth begleitete der Exkursionsleiter Roland Haefeli die Erwachsenen und Kinder auf dem ausgewählten Rundgang. Die Route führte die Gruppe via  Dorfweg entlang der Dünnern zum Chalchofen und weiter zum Horngrabenweg und ehemaligen Scheibenstand via Mühle zurück ins Dorzentrum. Der interessierten Teilnehmerschar zeigten sich die für die besuchten Gebiete typischen Vogelarten in bester Manier. Sei es durch ihre Balz- und Revieranspruchs-Gesänge wie auch durch das Präsentieren ihrer prächtigen Federkleider im Sonnenlicht. Die farbenfrohen Exemplare wie Distelfink, Misteldrossel, Gebirgsstelze und andere mehr wurden untermalt von den eindrücklichen Melo-dien der Amsel, Goldammer oder Singdrossel. Die Beobachtungen unserer gefiederten Mitbewohner  mittels Fernglas und Fernrohr lösen immer wieder Erstaunen, Begeisterung und Klarheit darüber aus, dass wir im Thal noch in einer weitgehend intakten, natürlichen Umgebung zu Hause sind, zu der es Sorge zu tragen gilt. Besonders stolz und unbeeindruckt zeigte sich den Exkursionsteilnehmenden auf dem Rundgang ein auf einem Ast sitzender Rotmilan. Mit wiederum vielfältigen Erinnerungen an einen erlebnisreichen Vormittag kehrten die Teilnehmenden zum Abschluss im Rest. Sternen für einen wohl-verdienten Kaffee ein. Ergänzend darf angefügt werden, dass alle Anlässe des nvpm auch Nichtvereinsmitgliedern gratis zum Besuch offen stehen.

Tag der Natur 2018 in Matzendorf

Wieselbauten beim Mühliweiher

Am 10. März 2018 wurde in Matzendorf der «Tag der Natur» der Gemeinde bei leider nicht so schönem Wetter durch die Umweltschutz-kommission durchgeführt.

Dazu fanden sich insgesamt 20 Personen ein, welche den Nachmittag oder sogar ganztägig ihre Freizeit zugunsten dieses Anlasses einsetzten. Unter den helfenden Händen waren Vertreter der Umweltschutzkommission, Werkhof, Naturschutz, -Vogelschutz und Pilzverein Matzendorf (nvpm), Interessengemeinschaft Naturschutz Thal(INT), Wandergruppe, Verschönerungsverein und Private.

Die Umweltschutzkommission blickt zufrieden auf diesen Anlass zurück, denn es konnten alle geplanten Arbeiten ausgeführt werden. Schnittgut wurde am Morgen durch neun freiwillige Helfer geschnitten und der Hecke entlang platziert. Am Nachmittag beförderte eine Mehrzahl der 20 Helfer das Schnittgut zum Wegrand des Rotacker, wo es zum Häckseln bereitgelegt wurde. Die Hecke in der Breitrütti wurde durch Helfer ausgelichtet und die Abschnitte auf kleine Haufen in der Hecke deponiert, dies ist für die Lebe-wesen sehr wichtig. Gleiches geschah mit weiteren Helfern beim Mühliweiher, da wurden zugleich auch zwei Wieselbauten errichtet.

Um 16 Uhr, nach getaner Arbeit, liessen die Helfer den Arbeitstag gemütlich beim traditionellen Zvieri bestehend aus Stübis «Matzedörferli» mit Brot und anschliessendem Kaffee und Nicks «Russenzopf» ausklingen.

Vielen Dank all den Helfern, die sich Zeit genommen haben für die Natur etwas Gutes zu tun, eure Umweltschutzkommission Matzendorf.

61. Generalversammlung vom 26. Februar 2016 - Rezepte für ein erfolgreiches Vereinsleben

Bereits zum 61. Mal konnte heuer der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf (nvpm) seine ordentliche Generalversammlung abhalten. Das Interesse war gross, galt es doch wichtige Ent-scheidungen zu treffen, wohin die Zukunft den nvpm führen wird. 27 Mitglieder fanden an diesem Abend den Weg ins Rest. Rössli in Matzendorf, darunter 3 Ehrenmitglieder. Der Präsident hielt in seinem Jahresbericht kurz Rückschau auf die Höhepunkte des vergangenen Vereinsjahres. Dazu zählten der erstmals durchgeführte Kurs „Stunde der Gartenvögel“ mit dazugehörender Exkursion im Anwesen des ehemaligen Dorfarztes, die überdurchschnittlich gut besuchte Botanikexkursion im Wald oberhalb der Längägerten, die gesellige Vereinsreise ins Herz des Emmentals und schliesslich eine kurzweilige Win-terexkursion am Aarelauf zwischen Bannwil und Berken. Während am „Tag der Natur“ einige Lebens-räume der Vögel und Kleinlebewesen gehegt und gepflegt werden konnten, mussten die Nisthilfen der Vögel wie jedes Jahr gereinigt und instand gestellt werden. Brutkontrollen und Beringungsaktionen wurden durch fleissige Mitglieder ebenso zuverlässig durchgeführt wie das Auslichten der Biotope an-lässlich des Natur-Pflege-Tages im Herbst. Der Präsident erinnerte daran, dass ein Dorfverein nur mit ehrenamtlicher Arbeit Erfolg haben kann und zitierte einige Rezepte für ein erfolgreiches, attraktives und farbenfrohes Vereinsleben. Der Kassabericht konnte trotz Minusergebnis gutgeheissen werden. Die Mutationen führten zu einem aktuellen Mitgliederbestand von 60 Einzelmitgliedern. Im Vorstand blieben die Anstrengungen zur Wiederbesetzung der Führungsposition, welche durch die angekündigte Demission des Präsidenten eine Lücke entstehen liess, leider noch nicht von Erfolg gekrönt. Nach 32 Jahren aktiver Mitgliedschaft, davon 14 Jahre als Vizepräsident, trat zudem Hans Meister-Jorns von seiner Vorstands-tätigkeit zurück. Mit ihm wurden weitere verdienstvolle Mitglieder für ihre langjährigen Vereinszuge-hörigkeiten gebührend geehrt. Auf Antrag aus der Versammlung wurde der abtretende Präsident Daniel Fankhauser zum Ehrenpräsidenten gewählt. Künftige Beitragserhöhungen des Schweizerischen Vogel-schutzverband/birdlife.ch, als auch zu erwartende Mehrausgaben im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Vereinslokals stiessen beim Antrag des Vorstandes zur Erhöhung des Jahresbeitrags auf Ver-ständnis. Das Jahresprogramm 2016 verspricht wiederum Exkursionen, gesellige Anlässe und Arbeits-einsätze für alle Alterskategorien und Interessensgemeinschaften eines Naturschutzvereins. Aktuelle Instandstellungsarbeiten an der Meteowasserfassung und der Leitungsführung lassen es zu, dass der Müliweiher durch das entsprechende Förderprogramm des Naturparks Thal seit kurzem wieder mit genügend Wasser gespiesen wird. Das Ziel ist, dass dadurch nebst Amphibien und Reptilien vermehrt auch wieder Wiesel Zugang und Unterschlupf finden werden. Der nvpm wird für den ordentlichen Un-terhalt dieses interessanten Lebensraumes weiterhin zuständig sein. Aufgrund der umfangreichen Traktanden mutierte die vom Verein als Abendessen offerierte Mahlzeit im Anschluss an die Versamm-lung zum eigentlichen „Nacht“-Essen. Das hielt die Teilnehmenden jedoch nicht ab, bei angeregten Gespräche die gute Stimmung bis gegen Mitternacht aufrechtzuerhalten und zufrieden nach Hause zu gehen.

Winterexkursion zur Vogelraupfi in Bannwil BE

Am Samstag, 30. Januar 2016 besuchten 14 Mitglieder des nvpm den Aareabschnitt zwischen dem Kraftwerk in Bannwil und Berken. Das milde und windige Wetter trug dazu bei, dass weit weniger Wintergäste in der sogenannten Vogelraupfi auf der Aare anzutreffen waren als gewohnt. Trotzdem gelang es dem Exkursionsleiter Roland Haefeli die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden mit einzelnen Besonderheiten aus der Natur- und Tierwelt zu gewinnen. Mit den beiden mitgeführten Fernrohren war es zudem ein Genuss dem Silberreiher auf der Pirsch oder den Kormoranen auf deren Stamm-Baum zuzusehen. Und dem Gänsesäger war es auch nicht zu schade sich auf der Aare treiben zu lassen um dann wieder zurück zu fliegen, um abermals die Strömung der Aare zu nutzen. Mit dem Kleinbus ging es schliesslich zurück nach Matzendorf, wo der nachmittägliche Ausflug mit einem Umtrunk im Rest. Rössli abgeschlossen werden konnte.

Grosses Interesse anlässlich Waldexkursion in Matzendorf

Matzendorf. Optimale Bedingungen umrahmten die von über 30 Teilnehmenden besuchte naturkundliche Exkursion des Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzvereins Matzendorf zum Thema Lebensraum Wald.

Besser hätten sich die äusseren Verhältnisse für diese mit Spannung erwartete Exkursion nicht präsentieren können. Der laue, wolkenlose Abend lockte viele Interessierte zum Ausgangspunkt bei der Längägerten oberhalb Matzendorfs. Dem organisierenden nvpm war es gelungen,  mit Josef Borer einen äusserst versierten Exkursionsleiter zu gewinnen. Der Revierförster aus Breitenbach versteht es vorzüglich, mit seiner Sachkenntnis die Teilnehmenden zu fesseln und sie auf die Bedürfnisse sowohl der Waldbesitzer als auch der Natur hinzuweisen. Während des zweistündigen Rundgangs wies der Exkursionsleiter immer wieder auf den für viele Lebewesen wichtigen Anteil von Totholz hin. Nebst weiteren Informationen zu vielen, prächtig blühenden Pflanzen konnte auch einiges über Krankheiten einzelner Baumarten erfahren werden, so etwa über das Eschensterben oder die Buchenspringrüssler. Und dass der starke Rückgang einzelner Schmetterlinge mit dem Darben ihrer Futterpflanzen einhergeht,  löste zusätzliches Erstaunen aus. Während bei den Vogelstimmen nicht mehr alle die hohe Frequenz des singenden Sommergoldhähnchens zu vernehmen mochten, konnte  der schöne Gesang der Singdrossel  vollends alle beglücken. Dass bei  so zahlreich erschienenen Exkursionsteilnehmenden die Aufmerksamkeit bis zuletzt aufrecht erhalten blieb, ist einerseits den interessanten Ausführungen des Exkursionsleiters und andererseits der sehr guten Disziplin der Teilnehmenden zu verdanken. Im Anschluss an den Rundgang offerierte der nvpm beim Güggeliplatz allen eine Wurst vom Grill, dazu Getränke und Kaffee mit Kuchen. Obwohl einige Anwesende noch einen weiten Rückweg unter die Räder nehmen mussten – eine Frau war extra aus Zürich angereist – wurde noch eifrig in die hereinbrechende Nacht hinein von den Naturschätzen vor unserer Haustüre geschwärmt.

Matzendorf, 07. Juni 2015/FAD

60 Jahre im Dienste des Natur- und Vogelschutzes

Der Präsident des Kantonalen Vogelschutzverbandes, Thomas Lüthi (links), gratuliert dem Präsidenten des nvpm, Daniel Fankhauser, zum Jubiläum

Matzendorf. Damit der 60. Generalversammlung ein würdiger Rahmen beschieden werden konnte, lud der jubilierende Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf (nvpm) zusätzlich einige Gäste ein. Unter ihnen weilten z.B. der Gemeindepräsident von Matzendorf, Marcel Allemann oder auch der Präsident des Kantonalen Vogelschutzverbandes, Thomas Lüthi. Nach dem Begrüssungsapéro eröffnete der Präsident Daniel Fankhauser die Jubiläums-GV im mit 38 Personen besetzten, schön hergerichteten Saal des Pfarreiheims. Die im Jahresbericht des Präsidenten zusammengefass-ten Ereignisse, rückblickend auf die letzten 10 Jahre, liess den Verein in einem sehr aktiven Licht erscheinen. Durch 7 Neueintritte stieg die Mitgliederzahl des Dorfvereins fürs neue Jahr auf über 60. Zwei Rücktritte - aus dem Vorstand Beisitzerin Regula Meister sowie Rechnungs-revisor Bernhard Fluri - konnten zur Freude des Vorstandes durch neue bzw. bewährte Kräfte (Christoph Fluri und Regula Meister) kompensiert werden. Kam dazu, dass die Kassierin Maya Dobler einen positiven Rechnungsabschluss verkünden konnte und demzufolge der Jahresbeitrag auf dem Niveau der Vorjahre beibehalten werden kann. Im neuen Jahresprogramm sind sowohl verschiedene Pflegeeingriffe an Hecken und Biotopen vorgesehen, als auch traditionelle Exkursionen mit den Schwerpunkten Vogelkunde und Botanik. Im September findet an zwei Tagen die beliebte Pilzausstellung mit Festwirtschaft statt. Erstmals nimmt der nvpm zum Thema „Biodiversität im Siedlungsraum“ an der mehrjährigen Kampagne des Schweizerischen Vogelschutzvereins birdlife.ch teil. Hierbei gilt es möglichst viele Dorfbewohner dafür zu gewinnen, an einem Wochenende im Mai während 1 Stunde die im Garten anzutreffenden Vögel zu identifizieren und zu notieren. Unterstützung bei dieser „Stunde der Gartenvögel“ wird der Verein durch einen theoretischen Einführungskurs und eine praktischen Exkursion anbieten. Ob der vielen für die Organisatoren herausfordernden Aufgaben wird der Verein seine Mitglieder im Juni mit einer Vereinsreise ins Emmental belohnen. Auf Antrag des Vorstandes bewilligten die Mitglieder zudem einen Rahmenkredit für die Herstellung und die Montage eines Mehlschwalbenturms. Roland Haefeli orientierte schliesslich die Anwesenden über seine Beringertätigkeit und den weiteren Verlauf der Instandstellung des Projektes Mühli-Biotop. Gratulationen durften die Mitglieder Corina Roth für den erfolgreichen Abschluss des Grundkurses in Ornithologie und für die Ausbildung als Heilpflanzen-Fachfrau als auch Roland Haefeli zum Diplom als Exkursionsleiter in Ornithologie entgegen nehmen.  Die Präsidenten des Kantonalen Vogelschutzverbandes VVS, Thomas Lüthi und des NSV Erschwil, Josef Borer, wünschten zum Schluss des geschäftlichen Teils dem nvpm persönlich weiterhin alles Gute. Sämtliche Anwesenden wurden im 2. Teil durch den nvpm zu einem schmackhaften Nachtessen eingeladen. Für viel Gesprächsstoff war gesorgt, verlief doch der Abend unter dem Motto „zu Gast bei Freunden“.

10.03.2015/fad

Den heimischen Pilzen auf der Spur ...

11. Okt, 2014

Herbstzeit ist Wild- und Pilzzeit. Ein Slogan der Einigen das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Nur was ist ein Wildgericht ohne Pilze auf dem Teller? Oder darf es gar ein herbstliches Pilz-pastetli oder eine Pilzschnitte mit selbst gesuchten Waldpilzen sein? Damit es danach nicht zu unangenehmen Folgen kommt, sollten keine giftigen Pilze den Weg in den Sammelkorb und schon gar nicht in den Magen finden. Und dafür gibt es nur ein Rezept; sich mit den Eigenheiten der Pilze auseinandersetzen um diese zweifelsfrei bestimmen zu können.
Matzendorf. Gelegenheit dazu bietet der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf (nvpm) allen Interessierten jeweils im Herbst , wenn zur Pilzexkursion eingeladen wird. Unter der Leitung eines ausgewiesenen Pilzexperten - in diesem Jahr war es der bekannte Pilzbuchautor und Pilzkontrolleur Markus Flück aus Laupersdorf - sammelten die Teilnehmenden mit ihren Pilzkörben auf der zuvor bestimmten Route von Matzendorf hinauf zum Rest. Obere Wengi fleissig grosse und kleine Pilze aller Gattungen. Auf dem Weg zum Ziel gab es zwischen den Kennern der Szene und den Laien angeregten Meinungsaustausch und etliche Statements, ob jetzt dieser oder jener entdeckte Pilze zum Verzehr geeignet sei oder eher mit Unwohlsein oder Bauchschmerzen zu rechnen wäre. Unter den Teilnehmenden waren selbst die Insider nicht immer derselben Ansicht. Den Höhepunkt dieser Pilzexkursionen bildet wie gewohnt die abschliessende Auslegeordnung. Dann wird nämlich sämtliches Sammelgut aus den Pilzkörben auf einen grossen Tisch gelegt, nach Art, Gattung und Familien sortiert und vom leitenden Pilzexperten Stück für Stück bestimmt. Hierbei präsentieren sich jeweils solche für die Gegend und die Jahreszeit typische Pilze, als auch eher selten vorkommende Exemplare. Solche die sich bestens zum frisch zubereiteten Verzehr oder eher für die Trocknung eignen, damit das Aroma so richtig zum Tragen kommt. Das fehlerfreie Bestimmen der ungeniessbaren, giftigen oder gar tödlich giftigen Pilze ist im Pflichtenheft des Pilzkontrolleurs. Je nach Alter und Zustand sind die äusserlichen Unterschiede solcher Pilze nur marginal festzustellen. Umso erstaunlicher ist dann die Analyse und die Merkmalbestimmung des Experten. Während sich die Exkursionsteilnehmenden um den Tisch mit dem Sammelgut scharen, lauschen sie gespannt den Ausführungen des Fachmannes.
Wie jedes Jahr waren viele der 24 Teilnehmenden dieser Pilzexkursion mit zum Teil hohen Erwartungen angereist. Sie wurden abermals nicht enttäuscht. Die Pilzkunde ist so umfangreich, dass ein jeder Teilnehmer und eine jede Teilnehmerin mit grossem Erstaunen und noch grösserem Lernerfolg nach Hause gehen kann. Selbstverständlich liess es sich dieses Mal die Mehrheit der Exkursionsteilnehmenden nicht nehmen, vor dem Rückmarsch nach Matzendorf die Kochkünste der freundlichen Wirtefamilie Lisser im Bergrestaurant Obere Wengi zu kosten. Auch ohne Pilzgericht war’s ein richtiger Schmaus!

Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

25. Apr, 2014/Fad

Die Kinderzeitschrift des Schweiz. Vogelschutzverbandes SVS/BirdLife Schweiz wird dieses Jahr 15 Jahre alt. Zeit also für etwas frischen Wind - und für eine neue, noch kindgerechtere Gestaltung!

Es war im September 1999, als die junge Krähe namens Koni ihren ersten Auftritt hatte – in der ersten Ausgabe der Kinderzeitschrift «Ornis junior». Seitdem führt der lustige Rabenvogel die Leserinnen und Leser durch jedes Heft, mal mit frechen Sprüchen, dann wieder mit fundiertem Wissen über die Natur.
Jetzt, nach beinahe 15 Jahren und 59 Ausgaben, ist es Zeit für eine Auffrischung des Kindermagazins. Das Layout, die Schriften, die Rubriken – alles wurde von der Redaktion auf den Prüfstand gestellt und wo möglich verbessert. Entstanden ist so ein hoffentlich noch zeitgemässeres und noch spannenderes Heft, das die Kinder der Unter- und Mittelstufe bestmöglich ansprechen und sie für die Natur begeistern möchte. Auffällig ist die neue Gestaltung. Neu ist aber auch der Comicstrip «Till & Ann» mit zwei naturbegeisterten Kindern als Protagonisten. In der Rubrik «Saison» beantwortet die Redaktion Fragen rund um die Natur, und eine ganze Seite ist neu mit Rätseln gefüllt. Was sich bewährt hat und deshalb gleich bleibt, ist der fünfseitige Hauptartikel, der Bericht einer Jugendgruppe sowie der zweiseitige Comic «Koni Kräh», der die Kinder seit der ersten Ausgabe begeistert. Und natürlich wird die Jungkrähe Koni auch künftig durch das Heft führen – denn interessanterweise ist der Frechspatz in den 15 Jahren kein bisschen gealtert – und jetzt sogar noch etwas frecher und kecker geworden.
Kennen Sie ein Kind, das das Ornis junior noch nicht bekommt? Schenken Sie ihm das Heft doch auf den Geburtstag oder auf die Ostern. Koni freut sich auf Ihre Bestellung! (Auszug aus dem Ornis 2/2014)

Das Jahres-Abo von ORNIS junior (4 Ausgaben) kostet Fr. 20.--, für Mitglieder Fr. 18.-- und als Sammelbestellung beim nvpmatzendorf Fr. 12.--. Probenummern können gratis bestellt werden.

Überschrift

Balsthal, 17. März 2014                                                                                                                    

Medienmitteilung      von Sandra von Ballmoos, Kommunikation, Naturpark und Region Thal                                                                         

Tage der Natur in den Gemeinden des Naturpark Thal – Rückblick Matzendorf

Zwei Hecken ins richtige Licht gerückt

Die zwei Hecken im Längenmoos und in der Breitrütti Matzendorf sind deutlich ausgelichtet. „Wir sind weiter gekommen, als erwartet“, sagt Roland Haefeli, Leiter Werkhof Matzendorf, nach dem Tag der Natur am Samstag. Die vier Vorarbeiter und die rund 20 Freiwilligen haben motiviert angepackt.

„Wer die Hecke im Längenmoos vorher gesehen hat, soll bitte nicht erschrecken. Wir haben zu viert den ganzen Morgen gefällt. Es gibt viel aufzuräumen“, sagte Roland Haefeli. Der Leiter des Werkhofs Matzendorf begrüsste am Samstagmittag die Freiwilligen zum Tag der Natur in Matzendorf. Viele der rund 20 Helfer sind Mitglieder des Natur-, Vogelschutz- und Pilzvereins Matzendorf.

Dass es im Längenmoos nötig ist, so viel auszuholzen, haben Roland Haefeli und Georg Koch im Vorfeld an einer Begehung festgestellt und bestimmt. „Dieser dichten Hecke mussten wir einmal richtig zu Leibe rücken, sonst wären wir in zwei Jahren schon wieder hier im Einsatz“, erklärt Roland Haefeli. Als Dank für den guten Einsatz im Längenmoos und in der Breitrütti gab es für alle Freiwilligen am Nachmittag nach der Arbeit ein Zvieri, teils gar selbstgebacken von Katja Gerber, offeriert vom Naturpark Thal.

Pressemitteilung Generalversammlung nvpm 2014

Vorstand mit Hans Meister-Jorns Ehrenmitglied (h.M.) und Corina Roth-Wilhelm, Aktuarin (v.M.)

Neues Ehrenmitglied gewählt und Vorstand komplettiert

Matzendorf. 59. GV des Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzvereins

Der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf lud unlängst zur 59. Generalversammlung in den Gasthof Sternen. Der Präsident Daniel Fankhauser konnte insgesamt 20 Mitglieder willkommen heissen. In seinem Jahresbericht blickte er u.a. zurück auf die erfolgreichen Anlässe des letzten Jahres. Zum einen auf die ornithologische Bezirksexkursion, die mit rund 60 Teilnehmenden viele Naturfreunde des Thals nach Matzendorf lockte, zum anderen auf die begeisternde Dorfexkursion zum Thema „Bienen und Blüten – ein starkes Team" und nicht zuletzt auf die Pilzexkursion von Ende September in Kestenholz. Zusätzlich beteiligten sich etliche Mitglieder an Arbeitseinsätzen zur Pflege der natürlichen Lebensräume, wie dem Tag der Natur, der koordinierten Bekämpfung der invasiven Neophyten oder dem Natur-Pflege-Tag des nvpm im Grenzgebiet Matzendorf-Laupersdorf. Besonders hob der Präsident die Einsatzbereitschaft vieler Vereinsmitglieder hervor, wenn diese gefordert ist und dazu persönlich aufgerufen wird. Damit lässt sich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Sollten sich nämlich die seit längerer Zeit gemachten Anstrengungen bezahlt machen, könnte in der Geschichte des nvpm ein weiterer Meilenstein gesetzt werden. Ein bei der Gemeinde eingereichtes Nutzungsbegehren für leerstehende Räumlichkeiten ist noch pendent. Verhaltener Optimismus ist angebracht, engagiert sich doch der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf seit fast 60 Jahren stark für die Beibehaltung der naturnahen Lebensqualität rund ums Dorf und um die Vermittlung kultureller Werte an die Adresse der Dorfbevölkerung. Der Vorstand schätzt sich glücklich, mit der Einführung der neuen Homepage www.nvpmatzendorf.ch zu Jahresbeginn wieder aktuell im weltweiten Netz vertreten zu sein und ab April 2014 die 10. Ausgabe des beliebten Informationsorgans „Das Blatt" mit vielen Themen rund um den Naturschutz und den Verein allen interessierten Personen zur Verfügung zu stellen. Der nvpm ist damit rechtzeitig für die im Jahr 2015 anstehenden Feierlichkeiten zum 60-Jahr-Jubiläum gut gerüstet. Weil auch die Vereinsfinanzen im Lot sind und der Vorstand komplettiert werden konnte, dürfen sich die 57 Mitglieder, etliche Gönner und Naturschutz-Freunde auf weitere interessante Augenblicke in der Natur und gemütliche Stunden im Kreis des nvpm freuen. Das dem so ist, drücken die zahlreichen Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften von Vereinsangehörigen aus. Während 40 Jahren besonders verdient gemacht hat sich der aktuelle Vize-Präsident Hans Meister-Jorns, der durch die Generalversammlung zum Ehrenmitglied gekrönt wurde. Die Anlässe im neuen Vereinsjahr werden unter dem Motto „Ohne Dich kein Wir- Wir stehen für die Natur ein" organisiert. Eine gute Gelegenheit, gemeinsam für die Anliegen des Vereins einzustehen: für eine intakte Natur zugunsten der gegenwärtigen und nachfolgenden Generationen. Das im Anschluss an die Versammlung offerierte Nachtessen bot ausgiebig Gelegenheit, sich bis zu später Stunde über die vergangenen und zukünftigen Erlebnisse in der Natur auszutauschen.

Matzendorf, 8. März 2014/Fad

Vogel des Jahres 2014 - Die Waldohreule

Porträt der Waldohreule

Die Waldohreule, Vogel des Jahres 2014 des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz, braucht halboffene Lebensräume. Sie liebt insbesondere fliessende Übergänge zwischen Wald und Kulturland mit lichten Waldpartien, Magerwiesen sowie Hecken- und Obstgartenlandschaften im angrenzenden Kulturland. Sie brütet im Waldrandbereich und in Feldgehölzen und jagt im Kulturland vor allem Feldmäuse.

Häufig, aber unsichtbar

Die Waldohreule ist eine der häufigsten Eulenarten der Schweiz. Sie brütet im Mittelland und im Jura sowie in den Alpentälern bis gegen 1500 Meter Höhe. Doch kaum jemand sieht sie aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise. Erst in der Dämmerung wird sie aktiv und geht auf Mäusejagd. Den Tag verschläft sie auf einem Baum sitzend. Mit ihrem gelblichbraunen Gefieder mit einer dunklen rindenähnlichen Marmorierung ist sie dabei gut getarnt. Ihr leiser, rauer Ruf, ein kurzes „Hu“, ist nicht weit zu hören. Im Winter finden sich bis zu einem Dutzend Waldohreulen auf dem gleichen Schlafbaum ein. In strengen Wintern suchen sich Waldohreulen auch Schlafbäume im geschützteren Siedlungsraum.

Ohren, die keine Ohren sind

Besonders auffällig und namensgebend an der Waldohreule sind die grossen, oft aufgestellten Federohren. Entgegen der Bezeichnung dienen diese aber nicht zum Hören. Die Eule setzt sie zusammen mit ihrem Gesichtsschleier vor allem für ihre Mimik ein. Steil aufgerichtete Ohren weisen auf eine Beunruhigung hin. Als einzige Vogelfamilie haben die Eulen beide Augen vorne im Gesicht wie der Mensch. Dank 14 Halswirbeln und einer enormen Drehfähigkeit derselben können Eulen den Kopf aber bis 270 Grad drehen. Somit können die Eulen sogar sehen, was hinter ihrem Rücken passiert ohne ihren Körper drehen zu müssen.

Je mehr Mäuse desto mehr Junge

Die Fortpflanzung der Waldohreulen ist stark mit der Grösse der Mäusepopulation gekoppelt. In guten Mäusejahren legt die Waldohreule bereits Ende Februar 6-8 Eier, in durchschnittlichen Jahren erst ab Mitte März 3-5 Eier. Die Jungen schlüpfen nach 25-30 Tagen und verlassen nach 2-3 Wochen noch flugunfähig und im Daunenkleid das Nest. Dann hocken sie als sogenannte Ästlinge auf Baum-ästen und regen ihre Eltern mit einem hohen Fiepen zum Füttern an. Erst ab der 10. Woche können sie selber jagen.

Gewiefte Jägerin, einseitiges Menu

Die Waldohreule ist eine vorzügliche Jägerin. Ihr Erfolgsrezept liegt wie bei allen Eulenarten in ihrem einzigartigen Gefieder, welches einen nahezu geräuschlosen Flug erlaubt. Ein samtiger Bewuchs auf den Federn und gezahnte Ränder verwirbeln die Luft, so dass keine Fluggeräusche entstehen. Ihre Beute spürt sie mit ihrem guten Gehör auf. Zu 90% frisst die Waldohreule Feldmäuse. Sie verschmäht aber auch Vögel, Amphibien und Reptilien nicht.

Der Lebensraum der Eule verschwindet still und heimlich

Früher waren die Übergangsbereiche zwischen dem Wald und den Ackerflächen sehr vielfältig. Lichte Waldpartien, Hecken, Feldgehölze und Obstgärten mit Magerwiesen dazwischen boten der Waldohreule optimale Lebensräume. Heute sind der dichte Hochwald und das intensiv genutzte Kulturland meist messerscharf abgegrenzt. Die einstmals breite Übergangszone ist auf eine Linie zusammengeschrumpft. Damit verschwindet aber auch der Lebensraum der Waldohreule und zahlreicher weiterer Tier- und Pflanzenarten. Die Waldohreule braucht einen halboffenen Lebensraum mit Wiesen, Weiden, Wald und Hecken.

Förderung von Übergangsbereichen Wald - Kulturland

Lichte Wälder und strukturreiches Kulturland können zusammen wieder ausreichend grosse Lebensräume bilden für Waldohreulen und viele andere Tier- und Pflanzenarten, wenn sie je mindestens 100- 200 Meter breit und einige Hundert Meter lang sind. Gebietsweise gibt es noch entweder lichte Wälder oder strukturreiches Kulturland. Die Kombination von beidem kann der Waldohreule und vielen weiteren Arten zu neuem Lebensraum verhelfen. Energieholznutzungen und Beiträge in der Landwirtschaft sind jetzt wieder eine Chance, solche Lebensräume neu zu schaffen.

Quelle: SVS birdlife.ch

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